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Start Behandlungen Grauer Star (Katarakt)

Grauer Star (Katarakt)

Unter Grauer Star oder auch Katarakt versteht man die meist altersbedingte Eintrübung der klaren Augenlinse. Häufige Beschwerden bei der Entwicklung des Grauen Stars sind eine langsame, stetige Abnahme der Sehkraft und eine zunehmende Blendempfindlichkeit. Leider ist es bis heute nicht gelungen diese Veränderung der Augenlinse mit Medikamenten oder Augentropfen zu lindern oder zu heilen. KataraktOPPDFJacobiDie operative Entfernung der getrübten Linse und Austausch durch eine Kunstlinse stellt das einzige medizinisch sinnvolle und erfolgreiche Behandlungsverfahren dar. Diese heutzutage schonende Operationstechnik wird mit sanfter Betäubung durchgeführt. Mit Priv. Doz. Dr. med. F. Jacobi, Dr. med. W. Giebrecht, sowie Dr. med. S. Cisiecki stehen Ihnen in unseren Tageskliniken drei äußerst erfahrene Spezialisten zur Verfügung.  Alle drei können auf mehrere Zehntausend Operationen auf diesem Gebiet zurückblicken. Eine individuelle Beratung und Information für die Auswahl  der geeigneten Kunstlinse (monofokal oder multifokal / torische Sonderlinse) bieten wir Ihnen gerne bei der Voruntersuchung für eine Kataraktoperation an.

 

Beschwerden beim Grauer Star (Katarakt)

Die Eintrübung der Augenlinse ist in den überwiegenden Fällen ein natürlicher Alterungsprozess und tritt üblicherweise zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. In seltenen Fällen sind Geburtsfehler, Stoffwechselstörungen, wie Diabetes mellitus und Medikamenteneinnahme bei schweren Allgemeinerkrankungen, wie z.B. Herzinfarkt, Krebsleiden ect. neben Verletzungen Ursache für die vorzeitige Entwicklung einer Katarakt.

Hauptmerkmal ist ein langsame, stetige Abnahme der Sehkraft und eine zunehmende Blendempfindlichkeit. Die Sehverschlechterung empfindet der Patient z.B. „als verschwommens Sehen, wie durch einen Nebel oder Milchglas schauend, glaubt sein Brillenglas sei andauernd verschmutzt“. Einfallende Lichtstrahlen können nicht mehr genügend gebündelt werden sondern werden gestreut und absorbiert. Besonders das Autofahren in Dämmerung und bei Nacht oder auf regennasser Fahrbahn wird als schwierig und störend empfunden. Durch eine häufig auftretende Verstärkung der Kurzsichtigkeit passt plötzlich die Brille nicht mehr oder mehrere unterschiedliche neue Brillen werden in kurzen Abständen benötigt. Oft weist dann ein kompetenter Optiker die Patienten auf die Notwendigkeit einer augenärztlichen Kontrolle hin.

Regelmäßige Kontrollen bei Augenarzt helfen, den richtigen Zeitpunkt für eine solche Operation zu finden. Der Graue Star schreitet unterschiedlich schnell voran und die schleichende Sehverschlechterung mit Problemen beim Auto fahren oder der Hausarbeit erfolgt oft unbemerkt. Da eine gute Sehkraft die Lebensqualität, z.B. sicheres Bewegen im Alltag und Straßenverkehr aber auch den Komfort beim Lesen und Fernsehschauen deutlich verbessert, liegt es im Interesse der oft älteren Patienten und ihrer Angehörigen, nicht zu lange mit einem solchen ambulanten, schonenden und gut verträglichen Eingriff zu warten.

 

Sanfte Betäubung

In fast allen Fällen kann eine solche minimal-invasive Kataraktoperation in ca. 10-15 Minuten in oberflächlicher Betäubung mit Augentropfen (Tropfanästhesie) durchgeführt werden, wobei durch mehrmaliges Auftropfen eines Betäubungsmittel auf die Augenoberfläche die Schmerzfreiheit am Operations-Auge erreicht wird. Für den Patienten ein sanftes, schmerz- und angstfreies Verfahren. Vor allem bei vorbestehender Blutungsneigung oder Einnahme von blutverdünnnenden Medikamenten, wie z.B. ASS R, Plavix R, Godamed R oder Marcumar R stellt diese Form der Betäubung bei erfahrenen Operateuren heute die Methode der Wahl dar.

DrScheffels2Bei einer Betäubung mit Spritze, einer Injektionsanästhesie (Peri- oder Retrobulbär- Anästhesie) wird das Betäubungsmittel neben oder hinter dem Augapfel gespritzt. Das Auge ist nach einer solchen Betäubung nicht nur völlig schmerzfrei, sondern kann auch nicht mehr aktiv bewegt werden, was bei länger dauernden und komplizierten Operationen bei z.B. fortgeschrittenem Grauen Star oder speziellen Risikofaktoren eine entspannte und sicherere Behandlung ermöglicht.

 

 

Die Betäubung und die operative Vorgehensweise werden wir immer in Abhängigkeit von Vor- und Begleiterkrankungen des Auges, früheren Operationen am Auge, Allgemeinerkrankungen sowie eventuell zu erwartenden Risiken und Komplikationen vor der Operation ausführlich mit Ihnen besprechen und ggf. in Abstimmung mit Ihrem behandelnden Hausarzt abstimmen. In Abhängigkeit von Krankenvorgeschichte, wichtigen medizinischen Gründen und bei einigen Operationsverfahren bieten wir Ihnen auch Operationen in Kurz- oder Vollnarkose an.

Schonende Operationstechnik

Die Graue Star Operation wird heute fast ausschließlich mittels Ultraschall im Saug-/Spülverfahren durchgeführt (Phakoemulsifikation). Die eingetrübte körpereigene Augenlinse wird mit Ultraschall unter Schonung der Linsenkapsel behutsam zertrümmert und abgesaugt. Anschließend wird durch einen etwa 2 mm kleinen Schnitt am Rand der Hornhaut eine gefaltete Kunstlinse in den dann leeren Kapselsack eingesetzt. Durch die verwendete Operationstechnik ist der Hornhauttunnel so angelegt, dass er sich von selbst wasserfest verschließt und nur durch starken Druck, z.B. bei starkem Reiben am Auge wiedereröffnet wird. Die gerollte Kunstlinse entfaltet sich und wird mittels zweier elastischer Bügel in der exakten Position zentriert und verankert.

Solche Kunstlinsen sind hochwertige, gutverträgliche Substanzen, lösen keine Allergien aus und werden im Auge nicht gespürt. Sie sind aus elastischen Materialien, wie Silikon oder Acrylstoffen (hydrophile oder hydrophobe Acryl Linse)und werden individuell auf Ihre „Augenwerte“ berechnet und ausgewählt.

Diese individuelle Ausmessung und Berechnung, die lasergestützte optische Biometrie z.B. mit dem IOL Master R, findet in unserem Zentrum bei der Voruntersuchung einige Tage vor oder am Operationstermin statt. Ebenfalls bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die notwendige allgemeinmedizinische Untersuchung für die ambulante Operation bei uns durchführen zu lassen.

Der gesamte ambulante Eingriff mit Voruntersuchung- und Nachbetreuung dauert ca. 45-60 Minuten. Nach der Operation wird das operierte Auge mit einem Verband und einer Lochklappe geschützt, welche für die nächsten Stunden aber auch nachts in den nächsten 10 Tagen zum Schutz getragen werden sollte.

Nach der Kontrolluntersuchung am nächsten Tag bei Ihrem behandelnden Augenarzt oder in unserer Tagesklinik erfolgt eine Abschlussuntersuchung mit Brillenbestimmung nach durchschnittlich drei Wochen. Bei ausreichender Sehstärke ist das Autofahren schon einige Tage nach erfolgter Operation wieder möglich.

Die Auswahl der geeigneten Kunstlinse

Üblicherweise werden in Deutschland bei einer Kataraktoperation Einstärken-Intraokularlinsen (Monofokallinsen), eingepflanzt, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen auch vollständig übernommen werden. Intraocularlinsen sind über 30 Jahren erfolgreich erprobt, nutzen sich nicht ab und bleiben ein Leben lang im Auge. Sie ermöglichen das Scharfsehen in der Ferne ohne Brille. Zum Lesen und bei der Naharbeit ist dann, wie bei der Altersweitsichtigkeit, eine Lesebrille oder z.B. eine „Gleitsichtbrille mit Fensterglas für die Ferne und ein Leseteil“ erforderlich.

Multifokale Intraokularlinsen bieten die Möglichkeit, ähnlich einer „Gleitsichtbrille im Auge“ ein „Leben ohne Brille“ zu führen. Nachteile in Form von vermindertem Kontrastsehen sowie erhöhte Blendempfindlichkeit und vermehrte Reflexe (Lichthöfe) müssen, besonders störend beim Autofahren, in Kauf genommen werden. Die neuste Generation dieser Linsen birgt, wie große klinischen Studien zeigen, nur noch geringe Unterschiede in Kontrastempfindlichkeit und Dämmerungssehen und bieten gleichzeitig aufgrund von innovativer Gleitsichtlinsen-Technologie übergangslose Schärfe für Ferne und Nähe bei Tageslicht und in der Dämmerung.

Weitere Sonderlinsen neben den Multifokallinsen sind die sogenannten Torischen Linsen. Mithilfe dieser Linsen lässt sich zusätzlich eine ausgeprägte Hornhautverkrümmung beheben. Torische Linsen werden für jeden Patienten individuell angepasst, mit dem gleichen Operationsverfahren eingesetzt und speziell im Auge ausgerichtet.

Gelbe Linsen“, welche den kurzwelligen, blauen Anteil der einfallenden Lichstrahlen gezielt abblocken (Blaulichtfilter), versuchen die auf Dauer schädigende Wirkung dieses aggressiven Lichtanteiles auf das empfindliche Lesezentrum der Netzhaut, der Makula, abzuschwächen.

Der Verlust der Akkommodationsfähigkeit, das heißt auf verschiedene Nah-Distanzen den Seheindruck scharf einstellen zu können, stellt insbesondere für junge Patienten, die bis zur Operation noch über ein volles Akkommodationsvermögen verfügten, durchaus eine Minderung der Lebensqualität dar. Gegenstand der heutigen Forschung sind daher auch akkommodative Kunstlinsen, die eine gewisse Akkommodationsfähigkeit des Auges erhalten sollen.

In der Entwicklung befinden sich Licht adjustierbare Linsen (LAL). Bei dieser Linseform kann nach der Operation durch eine Bestrahlung mit UV-Licht die Brechkraft der Intraokularlinse bei Berechnungsungenauigkeiten oder postoperativen Veränderungen der Brechungsstärke des Auges nachjustiert werden.

Einige dieser Sonderlinsen werden auch als Kombinationen, z.B. torische oder blaulichtfilternde Multifokallinsen angeboten und bieten eine innovative luxuriöse Alternative zu kostspieligen Gleitsichtbrillen. Leider übernehmen die gesetzlichen und ein Teil der privaten Krankenkassen die Kosten solcher Sonderlinsen nicht oder nur teilweise und die Kosten müssen vom Patienten selbst getragen werden. Eine individuelle Beratung und Information für ein „Leben ohne Brille“ bieten wir Ihnen gerne bei der Voruntersuchung für eine Kataraktoperation an.

Nachstar (Hinterkapselfibrose)

Da bei einer Kataraktoperation die natürliche Augenlinse gegen eine klare Kunstlinse ausgetauscht wird, kann der „Graue Star” an diesem Auge nicht erneut auftreten. Die Linsenkapsel, welche im Auge zur Aufnahme der künstlichen Linse belassen wird, trübt sich aber bei einem Teil der Patienten nach Monaten oder Jahren nochmals ein. Diese sekundäre Eintrübung, den „Nachstar“ bemerkt der Patient als erneutes Verschwommensehen oder vermehrte Blendung. Mit einem kurzen, schmerzlosen, ambulanten Lasereingriff kann diese Trübung dauerhaft entfernt werden.